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Mit Urgetreide backen: Emmer-Dinkel-Brötchen

Emmer und Einkorn: mehr als 10.000 Jahre alt

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Urgetreide - und bin fasziniert von den vielen Vorteilen: Es ist ökologischer im Anbau, enthält mehr wertvolle Nährstoffe und schmeckt auch noch besser als die modernen Hybridsorten.

 

Dinkel, Einkorn, Emmer, Kamut und Co. wurden schon vor mehreren Tausend Jahren kultiviert. Tatsächlich gehen archäologische Funde auf die Zeit um 10.000 v. Chr. zurück. Damals waren Emmer und Einkorn in der Region von Euphrat und Tigris heimisch. Sie breiteten sich dann nach und nach in den anderen Teilen der Welt aus.

 

Emmer soll sogar das Lieblingsgetreide von Julius Caesar gewesen sein. Er brachte das Korn aus dem Orient nach Rom, nachdem er gegen Ägypten gesiegt hatte. Und auch die berühmte Gletschermumie "Ötzi" hatte wohl Einkorn als Wegzehrung für den Marsch über die Alpen mitgenommen.

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Emmer ist ein sogenanntes Spelzgetreide. Bild: mtrx, Pixabay

Alte Getreidesorten fördern die Artenvielfalt

Urgetreide ist erstaunlich widerstandsfähig und anspruchslos. Es lässt sich ohne Probleme auf nährstoffarmen, mageren Böden anbauen. Künstliche Dünger kommen dabei überhaupt nicht zum Einsatz. Ein weiterer ökologischer Vorteil der alten Getreidesorten liegt darin, dass deren Spelz bzw. Hülle sie vor schädlichen Umwelteinflüssen, Verunreinigungen oder auch Pilzbefall schützt. Dadurch werden giftige Pflanzenschutzmittel ebenfalls überflüssig.

 

Emmer (auch Zweikorn genannt) gedeiht zum Beispiel ganz hervorragend bei Trockenheit und kargen Verhältnissen. Er benötigt ein sehr geringes Nährstoffangebot, schont den Boden und fördert somit die Artenvielfalt auf den Feldern. Seine langen Halme machen ihn außerdem besonders standfest.

Intensiver Geschmack - hoher Nährstoffgehalt

Mir persönlich schmeckt Urgetreide viel besser als moderner Weizen oder Roggen. Emmer bringt beispielsweise eine leicht würzige, nussige Note ins Gebäck. Manch einer muss sich vielleicht auch erst an den ursprünglichen und intensiveren Geschmack gewöhnen. Die historischen Getreidesorten haben aber auch gesundheitliche Vorteile: Sie enthalten deutlich mehr hochwertiges Eiweiß, Mineralien und Spurenelemente als zum Beispiel modernder Hybridweizen.

Verwendung von Emmer & Co.

Gut zu wissen: Die Backeigenschaften des Urgetreides sind meist nicht ganz so gut wie die von modernem Weizen. Das liegt an den schwächeren Klebereigenschaften. Dinkelmehl ist da die Ausnahme - es lässt sich genauso einfach verarbeiten wie moderne Getreidesorten. Deshalb mische ich in meinem Rezept das Emmervollkornmehl auch 1:1 mit Dinkelmehl.

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Lecker und gesund: Emmer-Dinkel-Brötchen. Bild: Alexandra Lill

Das Rezept: Einfache Emmer-Dinkel-Brötchen

Die Brötchen sind ganz einfach zuzubereiten - und eignen sich perfekt für ein entspanntes Sonntagsfrühstück. Am besten schmecken sie noch warm aus dem Ofen.

Zutaten

  • 1/2 Würfel frische Hefe oder 1 Packung Bio-Trockenhefe
  • 1 TL Ahornsirup
  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • 250 g Dinkelmehl Typ Hell
  • 250 g Emmervollkornmehl
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Öl (Distelöl, Olivenöl)
  • Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam (nach Geschmack)

Zubereitung: so einfach geht's.

  1. Die Hefe in 300 ml lauwarmem Wasser zusammen mit 1 Teelöffel Ahornsirup auflösen.

  2. Die beiden Mehlsorten in einer Schüssel mischen und 1 TL Salz hinzufügen.

  3. Das Mehl mit der aufgelösten Hefe mischen und den Teig gut durchkneten. Danach 5 Minuten ruhen lassen.

  4. 2 Esslöffel Öl hinzugeben und nochmals kneten.

  5. Aus dem Teig runde Brötchen formen und ganz nach Wunsch mit Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen, Sesam und/oder Leinsamen bestreuen.

  6. Die Brötchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und an einem warmen Ort nochmals ca. 20 Minuten gehen lassen.

  7. Nun das Backblech zusammen mit einer mit einer (ofenfesten) Schale Wasser in den kalten Ofen stellen und die Brötchen bei auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) für ca. 25-30 Minuten backen.

 

Guten Appetit!

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