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Pflanzen für mehr Artenvielfalt: die Elsbeere

In früheren Zeiten kam die Elsbeere in unseren Breiten recht häufig vor. Doch mit dem Ende der sogenannten "Niederwaldwirtschaft" Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie verdrängt bzw. konnte als lichtliebende Baumart in den hohen, schattenreichen Buchenmischwäldern nicht mehr Fuß fassen. Für das Artenreichtum war das ein herber Verlust, denn der Baum aus der Familie der Rosengewächse ist ökologisch besonders wertvoll als Bienenweide und Vogelschutzgehölz. Die Elsbeere kann über 200 Jahre alt und bis zu 20 Meter hoch werden. Und schön anzusehen sie auch - im Herbst präsentieren sich die ahornähnlichen Blätter in einer goldgelben bis weinroten Färbung und im Mai erscheint sie in einem wunderschönen, weißen Blütenkleid.

 

Wieso erlebt die Elsbeere aber jetzt gerade ein Comeback? Weil sie sowohl die Artenvielfalt fördert als auch eine "Gewinnerin" des Klimawandels sein wird, denn Schatten liebende Baumarten (wie die Buche) bekommen immer mehr Probleme mit der zunehmenden Trockenheit und Hitze. Ganz im Gegensatz zur Elsbeere - ihr machen Trockenperioden nichts aus. Im Gegenteil.

Gesunde Beeren - für Menschen und Pferde

Die kleinen, ovalen Früchte der Elsbeere haben es in sich. Für die Gesundheit besonders wertvoll sind ihre Gerbstoffe, Pektine und auch der Gehalt an Vitamin C: Die Gerbstoffe wirken entzündungshemmend, binden Schwermetalle und können hilfreich bei Magen- bzw. Darmproblemen sein. Pektine haben eine positive Wirkung auf die Darmflora und Vitamin C schützt die Zellen vor oxidativem Stress und ist essentiell für ein gesundes Immunsystem.

 

Übrigens nennt man die Elsbeere wissenschaftlich auch Sorbus torminalis. Tormina bedeutet "Bauchgrimmen". In früheren Zeiten wurde sie auch gegen Cholera und Ruhr verwendet und wird deshalb regional auch "Ruhrbirne" genannt.

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Die Elsbeeren sind gesund für Mensch und Tier. Bild: Pixabay

Elsbeeren richtig pflanzen

Die Elsbeere ist ein genügsamer Baum, der auch längere Trockenheit gut verträgt. Trotzdem sollte man den Standort mit etwas Voraussicht wählen. Denn der sommergrüne und tiefwurzelnde Laubbaum kann gut 20 Meter hoch werden - bei einem Stammdurchmesser von rund 60 cm  und einer Wuchsbreite von 5 bis 7 Metern. Ebenfalls wichtig für die Wahl des Standorts: Die Elsbeere ist ein Tiefwurzler.

 

Vor allem in der Jugend entwickelt sich eine Elsbeere an einem sonnigen Standort wesentlich schneller. Unter optimalen Bedingungen liegt der jährliche Zuwachs bei ungefähr 50 cm, unter weniger optimalen bei ungefähr 15cm.

 

Auf Hof Eulengrund haben wir Elsbeeren auf der Weide gepflanzt. Da hier allerdings auch einige Mäuse und Kaninchen leben, schützen wir die jungen Pflanze in den Anfangsjahren mit einer Umzäunung vor Verbiss. Das empfiehlt sich auch, damit die Pferde diese nicht niedertrampeln oder abnagen. Anfangs sollte man die kleinen Elsbeeren natürlich auch regelmäßig gießen, aber nur bis sie angewachsen sind und Wurzeln gebildet haben.

Warum Artenreichtum auch unseren Pferden guttut

In Freiheit steht Pferden das ganze Jahr eine unglaubliche Pflanzenvielfalt zur Verfügung. Ob Rinden, Früchte, Gräser, Kräuter oder Moose - die Tiere wissen genau, was ihnen guttut und fressen instinktiv das Richtige zur richtigen Zeit.

 

In Gefangenschaft sieht der Speiseplan unserer Hauspferde sieht dagegen oft recht einseitig aus. Natürlich können wir ihnen frische und getrocknete Früchte, Gemüse, Kräuter, diverse Mineralien etc. anbieten, aber naturnäher und artgerechter ist es, wenn sie sich auf Paddock, Trail und Weide einfach zusätzlich selbst suchen können, was sie brauchen. Zudem sind viele Früchte und Gemüsesorten, die wir im Handel kaufen können, gespritzt, zuckerreich und generell nur in Maßen für eine gesunde Pferdeernährung geeignet.

 

Also warum nicht Arten- und Naturschutz mit artgerechter Pferdehaltung verbinden und ein Paradies aus unterschiedlichen heimischen Pflanzen anlegen? Zum Beispiel, indem wir verschiedene Sträucher und Bäume am Rand des Paddocks, des Trails und auf der Weide pflanzen und dazwischen auch noch kleine Kräuterinseln einplanen. Auf Hof Eulengrund machen wir das seit Jahren - und es gibt immer noch freie Flächen. Eines kann ich versprechen: Wer einmal damit anfängt, kann nicht mehr aufhören, denn es ist wunderschön zu sehen, wie gut die Pflanzenvielfalt den Pferden tut und wie Biene, Hummel, Eule, Igel & Co. gleichzeitig einen wichtigen (Über-)Lebensraum finden.

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Auch Pferde lieben Pflanzenvielfalt

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