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Sich selbst und das Leben annehmen. Das ist Freiheit.

Das einzige Problem des Menschen besteht darin,

dass er die Vorstellung hat, mit ihm sei etwas nicht in Ordnung

und dass das, was nicht in Ordnung zu sein scheint,

repariert werden müsse.

 

(Samarpan)

Seinen Eigen-Sinn leben

Frei sein heißt, das Leben und sich selbst anzunehmen. Mit allen Facetten – guten und schlechten Zeiten und Seiten.

 

Die Realität sieht heute aber oft anders aus. Denn Selbstoptimierung ist in. Und jeden Tag kommen neue "Erfolgs-Ratgeber" auf den Markt. Von Menschen, die uns weis machen wollen, dass wir ALLES erreichen können, wenn wir nur WIRKLICH wollen und bereit sind, an uns zu arbeiten und uns laufend zu optimieren. Wir sollen konsequent unsere Ziele verfolgen und den Erfolg in unser Leben ziehen mit positiven Affirmationen, positivem Denken etc.

 

Was dabei komplett auf der Strecke bleibt, ist die Akzeptanz des Lebens. Den Moment anzunehmen, sich selbst anzunehmen - und zwar ohne etwas verändern zu wollen. Seinen Eigen-Sinn zu leben, auch wenn er den gängigen Erfolgsregeln widerspricht. Achtsam und im Fluss des Lebens zu sein.

 

Wer daran glaubt, sein Leben und sich selbst ständig verbessern zu müssen, den erwarten nicht selten Frust und Traurigkeit. Denn stellt sich der große Erfolg nicht ein und schafft man es nicht, seine vermeintlichen Ziele zu erreichen, dann hat man es ja nicht genug gewollt - sich nicht genug angestrengt. So zumindest vermitteln es uns die Ratgeber.

 

Aber jeder Mensch tickt anders und sich an einem Vorbild oder Guru zu orientieren, führt einen ganz weit weg vom eigenen Selbst. Und diese sogenannten Vorbilder hatten vielleicht ganz andere Rahmenbedingungen, die wir eben nicht haben und vielleicht auch nie haben werden. Es ist schlicht und einfach nicht wahr, dass wir ALLES in unser Leben holen können, wenn wir nur fest daran glauben und hart dafür arbeiten. Vieles, aber eben nicht ALLES. Zum Glück. Denn vielleicht passt das, was wir uns so wünschen ja gar nicht wirklich zu uns. Um herauszufinden, wer wir sind und was wir wirklich wollen, sollten wir achtsam innehalten und nach innen statt nach außen schauen. Auf unsere eigene Stimme hören statt auf die Stimme von irgendwelchen Gurus.

Das Wunder des Lebens wahrnehmen

Das Leben ist nicht perfekt, wir selbst sind nicht perfekt - und das ist auch gut so. Für unseren persönlichen authentischen Weg ist nur wichtig, dass wir ehrlich zu uns sind. Dass wir uns annehmen, wie wir sind. Mit allen positiven wie negativen Seiten (was ja nicht heißt, dass wir alle schlechten Eigenschaften immer ausleben – wir sollten uns ihrer aber bewusst sein und sie annehmen)

 

Wir sind, wie wir sein sollen - und das Leben ist jetzt genau richtig, wie es ist. Auch schmerzhafte Phasen gehören dazu. Sie bereiten oft den Boden für Neues. Wenn wir das verstehen, sind wir innerlich frei und können uns dem Leben, wie es zu uns passt wieder öffnen. Dann sehen wir die Wunder, die uns das Leben bietet.

 

Frei sein heißt auch, dass wir offen sind für die Wege, die sich uns zeigen. Dass wir uns nicht zu sehr auf das EINE Ziel fixieren, sondern sehen, was das Leben sonst so für uns bereit hält. Wenn etwas in unserem Leben passieren soll – dann geht es ganz leicht. Da ist dann kein Kämpfen – die Tür geht einfach auf und man kann einfach hindurchgehen.

Von Pferden lernen, den Moment zu leben

Wer schon mal Zeit in einer Pferdeherde verbracht hat, weiß, was es heißt, im Fluss des Lebens zu sein. Die Tiere leben im Jetzt – und tun nur das was im jeweiligen Moment notwendig ist, aber eben nicht mehr. Deshalb strahlen sie eine Ruhe und Gelassenheit aus, die erdend und heilend wirkt. Jeder Einzelne wird mit all seinen Eigenschaften als Teil der Herde respektiert und angenommen. Wir Menschen dagegen verfolgen immer eine Absicht, müssen ständig etwas TUN und verlieren dabei den gegenwärtigen Moment aus den Augen.

 

Pferde können uns lehren, wieder achtsam zu sein, das Leben anzunehmen, wie es gerade ist.

Achtsamkeit mit Pferden
Mit Pferden SEIN. Bild: Alexandra Lill

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