· 

Die Hasel: Frühlingsvorbotin, Glücksbringer und gesunde Leckerei für Pferd & Mensch

Es ist Anfang Februar: Der Winter ist zwar nicht besonders streng in diesem Jahr, aber kalt ist es trotzdem. Frau Holle sorgte heute Nacht sogar nochmal für eine dünne Schicht Puderzucker auf Feldern und Wiesen, der Atem der Pferde ist rund um die Nüstern zu eisigen Fäden gefroren.

 

Trotz Winterkälte: Wer genauer hinschaut, kann schon Vorboten des Frühlings erkennen. Die Tage werden wieder länger, die Vögel singen irgendwie fröhlicher und unsere Islandpferde beginnen bereits, ihr Winterfell abzuwerfen.

Eine Pflanze steht ganz besonders für den nahenden Frühling: die gemeine Hasel (Corylus avellana)

Schon seit Anfang Februar sieht man vielerorts die länglichen, hellgelben Kätzchen an den Haselsträuchern hängen. Das freut besonders die Insekten – ihnen dient die Hasel als wichtige Nahrungsquelle früh im Jahr. In jedem dieser Kätzchen stecken übrigens ca. 2 Millionen Pollenkörner, die der Wind als Wölkchen aus Blütenstaub übers Land verteilt.

Haselstrauch, Haselkätzchen, Hasel, Haselnuss
Die Hasel bietet Insekten wichtige Nahrung schon ab Februar. Bild: Pixabay

Heiliger Strauch, Wünschelrute und Zauberpflanze

Die Hasel ist eine der ältesten Nussarten in unseren Breiten. Als heiliger Strauch galt sie bei unseren Vorfahren als Symbol des Lebens und des Glücks – und auch als Fruchtbarkeitssymbol sowie Friedensbotin. Deshalb pflanzte man den Haselstrauch auch bevorzugt in der Nähe des Wohnhauses und wähnte sich damit geschützt vor allerlei Unbill wie Hexerei, Unwetter und Krankheit. Auch glaubte man daran (und dieser Glaube hält sich bis heute), dass die Zweige in Form einer Wünschelrute beim Auffinden verborgener Schätze und unterirdischer Wasseradern dienen können.

 

Und wer kennt nicht das Märchen von Aschenbrödel, die einen Haselnusszweig auf das Grab ihrer Mutter pflanzte und daraufhin zauberhafte Hilfe in Gestalt des daraus gewachsenen Haselnussbäumchen bekam.

Die Hasel als Nahrungsquelle und Medizin

Besonders in mageren Wintern diente der proteinreiche Blütenstaub der Hasel als wichtige Nahrungsquelle. Die Pollen wurden in früheren Zeiten z. B. zum Strecken von Mehl genutzt. Auch als Tee wurden die Kätzchen gerne zubereitet – sie haben stoffwechselanregende Wirkung und können zusammen mit Lindenblüten Erkältungsbeschwerden lindern. Ein Tee aus den Haselnussblättern wiederum wirkt blutreinigend und -stillend.

 

Aber das Highlight des Strauches sind die Früchte bzw. Nüsse. Diese strotzen nur so vor hochwertigen Fettsäuren, Eiweiß, B-Vitaminen (B1, B2, B3, B6, B9), Kalzium, Kalium, Magnesium und Spurenelementen wie Zink und Kupfer.

Haselnuss, Nüsse
Die Haselnuss - ein gesunder Genuss. Bild: Pixabay

Auch Pferde lieben den Haselstrauch - als Superfood und Knabberspaß

Für meine Pferde ist die Hasel ein ganzjähriger Genuss. Sie lieben eigentlich alles an dem Strauch - die Blütenkätzchen, die Blätter, die Rinde und natürlich auch die Nüsse im Herbst – und nehmen damit wichtige Nährstoffe aus, wie die Wildpferde es schon immer gemacht haben. Haselsträucher sollten auf keiner Pferdeweide fehlen.

Haselstrauch, Pferde, Haselnuss, Pferde Haselstrauch
Für Pferde ist der Haselstrauch wichtige Nährstoffquelle

Hasel richtig pflanzen

Die Hasel gehört zur Familie der Birkengewächse. In der Sonne und auch im Halbschatten fühlt sie sich am wohlsten. Der Boden sollte idealerweise durchlässig, humusreich und mäßig feucht sein – allerdings passt sie sich in der Regel auch anderen Bodenverhältnissen recht gut an (evtl. ist die Nussausbeute dann etwas geringer). Der Strauch wächst zu Beginn eher langsam und braucht im ersten Jahr der Pflanzung (wie alle Gehölze) regelmäßig Wasser. Ansonsten ist die Hasel recht genügsam. Und wenn sie erstmal richtig angewachsen ist und Wurzeln gebildet hat, dann wächst sie mit vielen neuen Trieben schnell in die Höhe und Breite.

Ähnliche Artikel

Newsletter abonnieren

Du willst keinen Artikel mehr verpassen? Dann melde dich gerne für meinen Newsletter an.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0