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Heimische Wildsträucher und Bäume für glückliche Pferde, Bienen, Vögel & Co.

Das Leben aller Lebewesen, seien sie nun Menschen, Tiere oder andere, ist kostbar, und alle haben dasselbe Recht, glücklich zu sein. Alles, was unseren Planeten bevölkert, die Vögel und die wilden Tiere sind unsere Gefährten. Sie sind Teil unserer Welt, wir teilen sie mit ihnen.

 

(Dalai Lama)

Schluss mit eintönigen Pferdeweiden

Es stimmt mich immer nachdenklich, wenn ich Pferde auf eintönigen Weideflächen stehen sehe - ohne Bäume, Sträucher, Wildblumen und Kräuter. Kein Vogel, Biene, Käfer etc. kann auf so einer öden Fläche noch existieren. Für die Natur und auch die artgerechte Pferdehaltung scheint da kein Platz zu sein.

 

Ich frage mich, warum auf manchen Pferdehöfen so wenig Wert auf Naturnähe gelegt wird und nur noch ein paar wenige Gräsersorten auf den Weiden zu finden sind. Nicht das geringste bisschen "Wildnis" bekommt hier eine Chance. Jedes "Unkraut" wird sofort ausgemerzt und Wildsträucher oder gar Wildkräuter - bloß nicht. Aber Pferde brauchen eine Vielfalt an Pflanzen. Sie lieben es, an Sträuchern zu knabbern und sich die (Un-) Kräuter und Früchte zu suchen, die sie gerade für ihre Gesundheit benötigen. Ist es nicht Zeit, umzudenken? Zum Wohle der Pferde und der Natur?

Mehr Raum für Wildnis und Artenvielfalt  – so machen wir es auf Hof Eulengrund

Lassen wir doch wieder ein wenig "Wildnis" in das Leben unserer Pferde. Zum Beispiel, indem wir Wildblumen, Hecken und Bäumen etc. wieder mehr Raum geben - z. B. auf der Weide, am Rand des Trails oder auch auf dem Paddock.

 

Auf Hof Eulengrund pflanzen wir jedes Jahr im Frühjahr und Herbst verschiedenste heimische Sträucher und Bäume - darunter Weißdorn, Haselnuss, Wildrose (Hagebutte), Schlehe, Brombeere, Apfelbeere (Aronia), Kornelkirsche, Felsenbirne, Eberesche und als Baumsorten die seltene Elsbeere, Wildbirne, Birke, Weide und Linde. Deren Blätter, Blüten, Beeren und Nüsse bieten nicht nur den Pferden, sondern auch vielen Wildtieren das ganze Jahr über Nahrung. Sowohl Insekten als auch Vögel und kleine Säugetiere laben sich gerne an der bunten Vielfalt.

 

Nach und nach finden so wieder mehr Tierarten ein Zuhause, wie z. B. die Schleiereulen, deren Nachwuchs wilde Hecken als Versteck dringend benötigt. Und auch die Pferde dürfen wieder naturnäher leben, indem sie wie ihre wilden Verwandten eine Vielfalt verschiedenen Pflanzenarten, Früchten und Kräutern zur Verfügung haben. Die schmecken ihnen nicht nur gut, sondern versorgen sie auch noch mit wichtigen Vitaminen, Mineralien und auch heilenden Stoffen. Ich bin dabei immer wieder fasziniert, wie geschickt unsere Islandponys z. B. Hagebutten oder Brombeeren vom stacheligen Strauch pflücken.

Artenvielfalt auf Hof Eulengrund, Wildsträucher, Artenvielfalt
Neue Sträucher am Rand des Trails. Bild: Alexandra Lill

Gesunde Früchte – auch für uns Menschen

Und übrigens sind die Früchte von Wildrose, Apfelbeere (Aronia), Brombeere oder Haselnuss und Co. nicht nur für die Tiere ein Genuss. Auch wir Menschen profitieren von den gesunden Beeren und Nüssen:

 

Wildrose/Hagebutte: Die Früchte der Wildrose enthalten sehr viel Vitamin C, aber auch Vitamin A, B1, B2, E und K. Zudem viele Mineralien und Fruchtsäuren. Als Mus zubereitet schmecken sie hervorragend z. B. als Fruchtaufstrich aufs Brot. Die getrockneten Hagebutten dienten übrigens Höhlenbewohnern schon vor Urzeiten als Vitaminspeicher in den rauen Winterzeiten.

 

Aronia/Apfelbeere: Die Aronia, auch Apfelbeere genannt, erinnert vom Aussehen her ein wenig an die Heidelbeere. Sie ist schon lange in Europa heimisch, obwohl sie ursprünglich aus Amerika stammt. Die wertvolle Beere wird gerne bei Herzkreislauf-Erkrankungen und Entzündungen aller Art eingesetzt. Sie hat unter den heimischen Beeren die Nase vorn, was gesunde Inhaltsstoffe angeht. Da sind z. B. die Vitamine A, C, E, K sowie die gesamte Gruppe der B-Vitamine. Hinsichtlich Mineralien und Spurenelementen punktet die Apfelbeere mit beachtlichen Mengen an Magnesium, Kalium, Kalzium, Zink und Eisen. Sie enthält außerdem viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Anthocyane und Carotinoide.

 

Brombeere: Die Brombeerfrüchte enthalten insbesondere Vitamin A, den B-Komplex und Vitamin C. Sie sind außerdem reich an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium, Phosphat und Calcium. Ebenfalls sind geringe Mengen von Eisen, Zink, Natrium und Mangan enthalten. Weitere Inhaltsstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Anthocyane und Polyphenole. Die Blätter haben eine zusammenziehende (adstringierende) und entzündungshemmende Wirkung.

 

Haselnuss: Die Hasel zählt zwar nicht direkt zu den Heilpflanzen – die Früchte bzw. Nüsse enthalten allerdings viel Fette (über 60 %), Eiweiße, Eisen, Kalzium und die Vitamine A, C, B1 und B2. Sie sind also sehr gesund und schmecken außerdem hervorragend.

 

Das ist nur ein kleiner Teil der wundervollen Vielfalt an heimischen Pflanzen. Es lohnt sich, hier mal ein wenig näher hinzuschauen.

Wann ist die beste Pflanzzeit?

Von Oktober bis April ist übrigens die beste Pflanzzeit. Im Sommer ist es dafür zu trocken – außerdem ist es während der Vegetationsphase ohnehin nicht zu empfehlen. Aber mit der Planung kann man ja schon imm Sommer beginnen...

Noch ein Tipp: Totholzhecken bieten zusätzlichen Lebensraum

Geschnittene Zweige und Äste sind übrigens kein Grünabfall, sondern die Grundlage für wertvolle Totholzhecken. Die bieten vielen Wildtieren wie z. B. Igeln einen tollen Unterschlupf und die Pferde freuen sich über zusätzliche Knabbergelegenheit. Mit der Zeit wachsen außerdem neue, wilde Pflanzen aus dem alten Holzhaufen, die die Hecke natürlich verzieren und für weitere Artenvielfalt sorgen. Dazu aber mehr in einem kommenden Artikel 😊.

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