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Minimalismus ABC à la Hof Eulengrund

Christof Herrmann hat auf seinem Blog Einfach bewusst sein persönliches ABC des Minimalismus veröffentlicht. Davon haben sich bereits mehrere Bloggerkollegen inspirieren lassen. Ich bin begeistert, wie viele wertvolle Gedanken und Anregungen bei der Challenge bereits zusammengekommen sind.

 

Heute folge ich nach mit meinem Minimalismus ABC à la Hof Eulengrund:

 

A - Achtung vor dem Leben
Wenn wir das Leben achten, gehen wir bewusst und respektvoll mit allen Lebewesen um - egal ob Tier, Mensch oder Pflanze. Verschwendung, Ausbeutung und übermäßiger Konsum widersprechen dieser Lebenseinstellung. Und damit gehört Achtsamkeit dem Leben gegenüber zu einer minimalistischen Lebenseinstellung.

 

B - Befreien von Sichtweisen, die nicht zu uns gehören
Nur weil etwas in unserer Gesellschaft üblich und akzeptiert ist, muss es noch lange nicht für mich richtig sein - und zu meinen Werten passen. Ein Beispiel ist die Massentierhaltung und der Konsum von tierischen Produkten. Es wird (noch) von der Mehrheit der Menschen akzeptiert, aber ich persönlich möchte nicht Teil davon sein. Deshalb befreie ich mich von Sichtweisen und Dingen, die nicht zu mir gehören.

 

C - Carpe Diem

Den Tag nutzen: Das gelingt uns nur, wenn wir uns fokussieren und auf das Wesentliche konzentrieren. Wenn wir aber alles gleichzeitig erledigen wollen, erreichen wir am Ende oft gar nichts.

 

D - Dankbarkeit praktizieren

Dankbarkeit macht glücklich. Und es gibt so vieles, für das wir jeden Tag dankbar sein können. Nur fehlt uns oft der Blick dafür, da wir Menschen uns gerne auf (vermeintliche) Mängel konzentrieren. Eine minimalistische Lebensweise schärft den Blick für alles Positive im Leben - und für die Tatsache, dass die einfachen Dinge oft am wertvollsten sind.

 

E - Entscheidungen treffen

(Eigene) Entscheidungen treffen - das ist leichter gesagt als getan. Dazu gehört Mut und Selbsterkenntnis. Manchmal bedeutet es nämlich, dass wir etwas loslassen müssen, um etwas Neues zu beginnen. Nur so können wir das Leben führen, das wirklich zu uns passt.

 

F - Fernseher abschalten

Fernseher, PC und Smartphone regelmäßig abschalten - das ist wichtig, um den Geist zur Ruhe zu bringen und Klarheit zu gewinnen. Denn wenn wir ständig von außen berieselt werden, verlieren wir unsere eigene Kreativität und die Fähigkeit selber zu denken.

 

G – Gelassenheit finden

Unsere Gedanken schlagen oft Purzelbäume, wenn wir uns z. B. Sorgen um die Zukunft machen. Gelassenheit hilft uns, einen klaren Kopf zu behalten und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wie sagte schon der schwedische Entdeckungsreisende Sven Hedin: "Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen."

 

H – Humor in allen Lebenslagen
Eine humorvolle Lebenseinstellung geht Hand in Hand mit der Gelassenheit. Wir sollten nicht alles immer so bierernst nehmen - vor allem nicht uns selbst. Mit Humor leben wir entspannter und glücklicher. Er hilft uns, eine gesunde Distanz zu (vermeintlichen) Problemen zu wahren. Heute schon gelacht?

 

I – Ignorieren
Ignorieren kann manchmal sehr guttun. Wir müssen uns nicht ständig über jeden und alles aufregen. Manchmal hilft nur weitergehen und sich um die eigenen Angelegenheiten kümmern. Damit meine ich natürlich nicht, die Not anderer zu ignorieren. Wenn jemand Hilfe braucht, ist immer Mitgefühl und Unterstützung gefragt. Aber oft ärgern wir uns über Eigenheiten unserer Mitmenschen. Das bringt nichts und raubt uns nur unsere Kraft.

 

J – Ja sagen zum Leben
Wie oft knüpfen wir unser Glück an Voraussetzungen, die in einer ungewissen Zukunft liegen. Wenn ich erst den besseren Job/ein eigenes Häuschen etc. habe, dann... Aber das Leben ist heute, hier und jetzt. Also genießen wir es - so wie es gerade ist.

 

K – Kleiner statt Größer
Auf kleinerem Fuß leben - das sollte ein wichtiges Motto in unserer Gesellschaft werden. Ansonsten werden wir die Erde schon in naher Zukunft in einen wenig lebenswerten Ort verwandeln. Muss es denn wirklich immer ein großes Haus, ein großes Auto etc. sein – oder tun es nicht auch weniger Quadratmeter oder PS. Können wir nicht einfach bescheidener leben? Ich finde schon.

 

L – Liegen lassen
Ja, es gibt viel zu tun. Immer. Aber wie wäre es, wenn wir öfter mal etwas liegen lassen und einfach den Moment genießen. Die Wohnung muss nicht immer perfekt aufgeräumt und klinisch rein sein. Und es stirbt auch keiner, wenn man seinen Pulli oder die Hose mal ungebügelt anzieht. Genauso irrelevant für unser Leben ist es, ob wir wunderschön geputzte Fenster haben. Das Leben ist zu kurz, um sich permanent unter Druck zu setzen.

 

M – Mitgefühl mit allen Lebewesen

Mitgefühl sollte schon in der Schule gelehrt werden. Und zwar mit allen Lebewesen auf dieser Erde. Egal wie klein oder vermeintlich unscheinbar. Für mich gehört es unbedingt zu einer minimalistischen Lebenseinstellung, für andere da zu sein und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Deshalb sollten wir auch nicht so viel Raum beanspruchen, dass andere nicht mehr leben können. Denn wir haben nicht mehr Recht hier zu sein als andere Wesen – und mancher kleine Käfer ist rein objektiv viel wertvoller für unseren Planeten.

 

N – Nichtstun

Einfach Sein – ohne Plan und Ziel. Nichtstun kann sehr heilsam sein und uns in Zeiten ständiger Erreichbarkeit und Berieselung helfen, einen klaren Kopf zu bekommen.

 

O – Öfter mal zuhause bleiben

Warum in die Ferne schweifen...? Viele Menschen sind geradezu besessen, immer unterwegs zu sein und etwas zu "erleben". Kaum zurück von der USA-Reise, planen sie schon den nächsten Trip nach Übersee. Dabei kann man direkt vor der Haustüre so viel Schönes entdecken. Man muss sich nur darauf einlassen. Und entspannender ist es auch.

 

P – Profil zeigen

Es ist natürlich bequemer, mit dem Strom zu schwimmen. Am Status Quo in der Welt können wir aber nur etwas ändern, wenn wir Profil zeigen. Wenn den Mut haben, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Und uns nicht fürchten, auch mal Gegenwind zu bekommen. Sei es nun in Sachen Umwelt- und Klimaschutz, Massentierhaltung - oder anderen Themen, die uns am Herzen liegen.

 

Q - Qualität statt Quantität

Wenn wir der Ressourcenverschwendung, Ausbeutung und Naturzerstörung etwas entgegensetzen wollen, dann sollten wir weniger und seltener konsumieren, aber dafür richtig gute Qualität. Und möglichst nachhaltig und ökologisch hergestellt. Davon profitieren alle Seiten - die Umwelt, die Hersteller und auch die Verbraucher.

 

R – Rücksicht nehmen

Wie wäre es, mal wieder ganz bewusst auf andere Rücksicht zu nehmen und ihre Bedürfnisse zu achten. Mal den Fokus nicht zuerst auf sich selbst, sondern auf das Wohl der Mitlebewesen (egal ob Mensch oder Tier) zu legen. Es passiert dabei etwas ganz Erstaunliches: Man wird auch selbst glücklicher dabei.

 

S – Sicherheit

Absolute Sicherheit ist eine Illusion. Wir sollten wieder lernen, dem Leben zu vertrauen und zu akzeptieren, dass wir nicht alles vorausplanen und absichern können.

 

T – Tauschen statt kaufen

Statt ständig neue Dinge zu kaufen, könnten wir wieder mehr ins Tauschgeschäft einsteigen. Denn viele Dinge, die wir nicht mehr brauchen, sind für andere vielleicht wertvoll – und umgekehrt.

 

U – Unvollkommenheit akzeptieren

Wir sind alle nur Menschen – mit guten und schlechten Seiten. Zu 100 % alles richtig zu machen, ist einfach nicht zu erreichen. Es trotzdem zu versuchen, führt unweigerlich zu Frust – und manchmal auch zu Dogmatismus und Besessenheit. Wichtig ist, dass wir bereit sind, uns weiterzuentwickeln. Jeder einzelne Schritt zählt.

 

V – Vegan leben

Vegan zu leben, ist ohne Zweifel eines der wirkungsvollsten Dinge, die wir für Umwelt-, Klima und auch Tierschutz tun können. Und wer sich mal näher damit beschäftigt, der merkt schnell, dass der Genuss dabei überhaupt nicht zur kurz kommt. Pflanzliche Ernährung hat nichts mit Verzicht zu tun.

 

W - Wertschätzung

Wir haben heute verlernt, die Dinge wertzuschätzen. Ist etwas kaputt, kaufen wir es einfach neu. In früheren Zeiten hat man die Dinge in Stand gehalten und gepflegt. Funktionierte etwas nicht mehr, hat man es eben repariert. Warum machen wir es heute nicht wieder so?

 

X - Xmas

Bald ist es wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür. Und wie jedes Jahr, scheinen die Menschen in einem wahren Konsumtaumel gefangen zu sein. Warum eigentlich? Und was hat dieser Kaufwahn mit dem Fest der Liebe zu tun? Wie wäre es, dieses Jahr das ganze sinnlose Theater rund um "ich schenk dir was - du schenkst mir was" einfach nicht mitzumachen und stattdessen nur wertvolle Zeit miteinander zu verbringen?

 

Y – Yin und Yang

Balance finden– das steht hinter dem Yin und Yang-Prinzip. Es betrifft alle Aspekte unseres Daseins – ob Gesundheit, Liebe, Beruf oder auch Freizeit. Das Ziel ist es, in einem Gleichgewicht zwischen den verschiedenen "Polen" zu leben. Denn ohne Schatten gibt es auch kein Licht.

 

Z - Zurück zur Natur

Mit unserer modernen Lebensweise haben wir uns weit von der Natur entfernt. Vielen Menschen erscheint sie unberechenbar - als etwas, das man beherrschen muss. Doch wir können in Harmonie mit der Natur leben, wenn wir uns darauf einlassen. Wir müssen nur aufhören, alles zu bekämpfen, was wir nicht verstehen. Denn wir Menschen sind auch nur ein Teil des Ganzen.

 

 

Übrigens: Unter #MinimalismusABC findest du bei Facebook weitere spannende ABCs von verschiedenen Minimalismus-Bloggern.

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Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Mathilda (Sonntag, 24 November 2019 20:20)

    Liebe Alexandra, ein sehr schönes ABC hast du da ausgeführt. Und es hat mich inspiriert auch eines zu schreiben. Ich werde das in der Silvesternacht tun und der Inhalt wird davon handeln, was ich in 2020 alles verwirklichen möchte. Und ja: unter M wird "minimalistischer werden" auftauchen und unter V wird "(noch) veganer werden" erscheinen.
    Deine homepage gefällt mir sehr gut. Gibt mir das Gefühl, das es da draußen noch mehr von meiner Sorte gibt. Fühl dich gedrückt!
    Mathilda

  • #2

    Alexandra (Montag, 25 November 2019 16:50)

    Liebe Mathilda,

    vielen lieben Dank für deinen Kommentar und dein Lob. Wie schön, dass ich dich inspirieren konnte. Und ich würde mich sehr freuen, auch dein Minimalismus ABC zu lesen, wenn es so weit ist. Falls du es veröffentlichen willst :-). Hast du auch einen Blog?

    Liebste Grüße von Hof Eulengrund,
    Alexandra