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Im Rhythmus der Jahreszeiten: Winter

Frischer Schnee bedeckt die Felder, nur noch Stille weit und breit,

und in einem Augenblick spüre ich die Ewigkeit.

 

(Unbekannt)

Wie heilsam der Winter sein kann

Der Winter ist ja eigentlich die perfekte Jahreszeit, um zu entschleunigen, innezuhalten und einfach mal zur Ruhe zu kommen. Früher wusste man das noch und hat in der dunklen Jahreszeit einfach einen Gang zurückgeschaltet. Schlief zum Beispiel mehr und verbrachte generell mehr Zeit in Stille mit sich selbst.

 

Das war allerdings lange vor Smartphone, Internet & Co. Heute leben wir mit einer ständigen medialen Berieselung, sind 24 Stunden am Tag erreichbar und haben verlernt, Zeit mit uns allein zu verbringen. Es macht uns sogar Angst, wenn wir uns nicht ständig irgendwie beschäftigen und ablenken können. Wir powern durchs ganze Jahr – hören nicht mehr auf die Bedürfnisse unseres Körpers …und unserer Seele.

 

Diese moderne Lebensweise tut uns aber nicht gut, denn der natürliche Rhythmus der Jahreszeiten hat großen Einfluss auf unser Gemüt, unseren Stoffwechsel und unser generelles Aktivitätsniveau. Wenn wir ihn ignorieren und durch Winter wie Sommer hindurchhetzen und nicht mehr zur Besinnung kommen, hat das Folgen für unsere körperliche und psychische Gesundheit. Das kann sogar bis zu Depression und Burn-Out führen.

Sich ein Beispiel an der Natur…und an den Tieren nehmen

Tiere haben noch ein Gespür für den natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten. Das kann ich besonders klar an meinen Pferden beobachten. Ruhephasen sind ein elementarer Bestandteil ihres Tagesablaufs – insbesondere im Winter. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen fallen, dann heißt es Energie sparen und in den Wintermodus schalten. Das bedeutet nicht, dass die Tiere den ganzen Tag nur noch dösen, aber die ruhigen Phasen sind länger und öfter.

 

Besonders im Winter genieße ich es daher, einfach Zeit mit den Pferden zu verbringen und ganz ruhig bei ihnen zu SEIN. Ohne Erwartung oder Ziel. Die Ruhe der Herde geht dann auf mich über und ich nehme ihren Rhythmus in mich auf. Das ist Nahrung für die Seele und erdet mich.

 

Übrigens: Für Wildpferde ist dieser Energiesparmodus überlebenswichtig – haben sie in den Wintermonaten doch mit harten Bedingungen zu kämpfen, wie extremer Kälte und knappem Futterangebot. Deshalb fahren sie ihren Stoffwechsel herunter.

Achtsam mit den Jahreszeiten leben

Ist es nicht an der Zeit, den Winter als Geschenk anzunehmen, einen Gang zurückzuschalten, zu entschleunigen und mehr Zeit in Stille mit sich selbst zu verbringen? Verzichten wir auf rastlosen Aktionismus. Der Terminkalender muss nicht immer voll sein. Es ist OK. gar nichts zu tun. Und vor allem heilsam.

Achtsamkeit mit Pferden
Die Ruhe der Herde auf sich wirken lassen. Bild: Alexandra Lill

Wie wäre es, sich mehr Zeit zu nehmen für:

  • Einfach Sein ohne Erwartung und Ziel
  • Ausgedehnte Waldspaziergänge in Stille
  • Entspannung, z. B. mit einem nach Kräutern duftenden Bad
  • Gesundes und leckeres Essen (selber kochen)
  • Ein gutes Buch
  • Zuhören und tiefe Gespräche
  • Mit Pferden SEIN
  • Und alles, was der Seele guttut

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